Produktion im Zeitschriftenverlag und Zeitschriftenvertrieb
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Zeitschriften sind ein Produkt, das überwiegend in einem Verlag entsteht. Die Arbeitsweise ist schon von daher komplett von der bei der Entstehung eines Buches verschieden, weil Beiträge eingeworben und begutachtet werden müssen, es müssen Hefte erstellt werden und Absprachen mit externen Herausgebern müssen getroffen werden. Laufend muss eine Qualitätskontrolle erfolgen. Dazu werden Experten beauftragt, die das entsprechend nötige fachliche Wissen vorweisen können. Überwacht wird zumindest bei den Publikumszeitschriften alles durch den Deutschen Presserat und seine Träger, er übernimmt zudem eine Vermittlerposition und nimmt Beschwerden entgegen.
In der Redaktion müssen ständig Manuskripte vorliegen, denn in der Regel befinden diese sich in unterschiedlichen Stadien der Bearbeitung. Die einzelnen Manuskriptzustände sind dabei die eingereichte Erstfassung, das Manuskript in der Begutachtung, das zur Überarbeitung an den Autor zurückgegebene Manuskript, die überarbeitete Fassung, das eingeteilte Manuskript für das Heft, der Korrekturlauf und der Druck. Die Manuskripte werden mit Hilfe einer Datenbank verwaltet. Die Zeitschrift sollte immer mehrere fertige Arbeiten als Puffer vorweisen können, um ein Heft flexibel gestalten zu können. Zugang und Veröffentlichung der Manuskripte sollten sich in ihrer Zahl etwa decken, Schwankungen werden durch die vorrätigen Arbeiten aufgefangen.
Besonders viel Arbeit ist ein einem Zeitschriftenverlag auch mit der Mischung der einzelnen Beiträge verbunden. Bei thematisch angelegten Zeitschriften müssen immer ausreichend Beiträge zum Thema vorhanden sein, ergänzt durch Themen anderer Bereiche. Editorials müssen geschrieben werden, Interviews geführt und in Druckreife gebracht werden, Veranstaltungshinweise und Buchrezensionen verfasst werden und andere. Diese einzelnen Rubriken erfordern einen großen Zeit- und Arbeitsaufwand.
Viele Zeitschriften möchten heute mehr erreichen, als einfach nur regelmäßig Informationen zu liefern. Sie moderieren Kommunikationsprozesse, haben eine beratende Funktion, versuchen ständig die Qualität ihrer eigenen redaktionellen Arbeit zu steigern, liefern Wissen von Experten für Experten und managen Informationen.
Die Größe der Redaktion ist unter anderem von der Zahl der eingeworbenen Anzeigen abhängig. Es sollten aber immer ethische Regeln zur Trennung der Bereiche Redaktion und Anzeigenabteilung vorhanden sein, auch wenn sie beide eng zusammenarbeiten müssen. In größeren Redaktionen arbeiten Chefredakteur und weitere Redakteure mit dem übrigen Personal eng zusammen. Alle haben viele Seiten zu betreuen und müssen Beiträge in großer Zahl selbst verfassen.
Bei der Entstehung einer Zeitschrift ist ein streng definierter Arbeitsablauf erkennbar. Gesteuert wird alles mit Hilfe von Computerprogrammen, die als Schnittstelle zwischen Autor und Redaktion dienen. In einigen Verlagen gibt es inzwischen eigene Herstellungs- und Redaktionssysteme, durch die der Prozess der Veröffentlichung beschleunigt wird. Manuskripte werden per E-Mail an den Verlag gesandt, die Überarbeitung, Begutachtung und Druckfreigabe wird ebenfalls auf elektronischem Wege abgewickelt. So benötigt ein Manuskript weitaus weniger Zeit bis zur Veröffentlichung. Damit hat sich auch die Zeit geändert, bis zu der Anzeigen vorliegen müssen. Inzwischen sind es etwa drei Tage vor Druck der Zeitschrift, in der die Anzeigen in der Redaktion vorliegen müssen. Hilfreich dabei ist es, dass die meisten Verlage die Druckvorläufe im Haus vornehmen.
Zeitschriftenvertrieb
Die Möglichkeiten, eine Zeitschrift über den Handel zu vertreiben, sind weitaus vielseitiger, als dies für Bücher der Fall ist. Der Buchhandel kommt für den Vertrieb einer Zeitschrift in Frage, aber auch der Kiosk und der Bahnhofsbuchhandel. Eine Zeitschrift kann zudem über Internationale Zeitschriftenagenturen vertrieben werden, weiterhin kann der direkte Vertrieb ab Verlag vorgenommen werden. Zuletzt seien hier noch die Sonderformen genannt, die zum Beispiel für Mitgliedsstücke von Gesellschaften oder der Berufsvereinigungen in Frage kommen. Besonders die Publikumszeitschriften werden über den Buchhandel vertrieben, der sich zwar eher „nebenbei“ damit befasst, aber eine gute Absatzmöglichkeit bietet.Beim Zeitschriftenvertrieb kommt noch die Form des Abonnementgeschäftes hinzu, was bei Büchern eher die Ausnahme ist. Diese Variante ist dem Direktvertrieb zuzuordnen. Hierbei basiert alles auf der elektronischen Steuerung der Abläufe, was besonders kostengünstig und einfach zu handhaben ist.
Eine wichtige Funktion übernehmen die Zeitschriftenagenturen. Sie halten die Zahl der Geschäftsfälle für Lieferanten und Kunden klein und übernehmen eine Art Bündelungsfunktion für den Vertrieb von Zeitschriften. Dazu bieten sie teilweise besonders günstige Rabatte.
Eine Form des Zwischenhandels bildet der Pressegrosso. Nur über ihn erreicht ein Verlag einen Kiosk, nur darüber kann er seine Zeitschrift verkaufen. Rein wirtschaftlich gesehen bildet der Grosso damit ein Monopol, wird daher immer wieder kritisch begutachtet.
Der Absatzweg über die Deutsche Post ist an dieser Stelle noch zu nennen, er kommt vor allem für Abonnenten in Frage. Hierbei werden verschiedene Tarife veranschlagt, die sich unter anderem nach der Erscheinungsweise, den Beilagen und dem Gewicht der Zeitschrift richten.

